Gelöbnisringe im Judentum

Jüdische Gelöbnisringe

Der Gelöbnisring ist ein Schmuckstück mit vielseitger Bedeutung. Geschichtlich betrachtet, fungierte er als eine Art Vor-Verlobungsring, als sichtbares Zeichen dafür, dass sich der Träger in einer festen Beziehung mit ehelichen Absichten befindet. Im 16. und 17. Jahrhundert, wurden solche Ringe jedoch bereits als Verlobungsringe betrachtet.  Heutzutage werden diese Gelöbnisringe als Zeichen der Zuneigung verschenkt, sie besitzen demnach nicht mehr zwangsläufig einen romantischen Charakter. Im Judentum hat der Gelöbnisring jedoch einen anderen Status.

Nach jüdischer Auffassung ist die Vorstellung, dass ein Mann einer Frau ein Schmuckstück zum Zeichen ihrer Beziehung überreicht, problematisch.  Sobald der Mann der Frau einen Ring in Anwesenheit von zwei Zeugen übergibt, wären sie nach jüdischem Gesetz verheiratet. Demzufolge ist dieser Ring ein  Judaica  Gegestand, aehnlich zu anderen sakralen Objekten wie der Menorah. Um dieses Problem zu umgehen, verschenken die meisten jüdischen Männer Ringe nur dann wenn es sich um die offizielle Verlobung handelt und im privaten Rahmen, ohne etwaige Zeugen. In manchen Gemeinden besteht die Tradition solch einen Ring nach der Trauung zu verschenken.

Der Gelöbnisring ist christlichen Ursprungs und somit selten im jüdischen Umfeld anzutreffen. Dort wo dieser Brauch jedoch anzutreffen ist, sind die Ringe meistens schlicht gehalten. Sie bestehen in der Regel lediglich aus Edelmetallen wie Gold und Silber und besitzen in manchen Fällen eine Gravur wie zum Beispiel der Vers aus Koenig Salomons Hohelied: “Ani L’dodi V’dodi Li”, “Ich gehöre meiner(m) Geliebten und mein(e) Geliebte(r) gehört mir”.

 

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